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Wersten und wie es wurde, was es heute ist.Von Dr. Karl Dross
Wersten 1922Grabungsfunde (ein Glockenbecher und ein Faustkeil, zurzeit im Stadtmuseum) aus dem Gebiet des heutigen Wersten lassen darauf schließen, dass schon in vorgeschichtlicher Zeit in diesem Teil der Rheinaue gesiedelt wurde. Bis zur Regulierung des Rheinstroms um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren jedoch größere Bereiche des heutigen Siedlungsgebiets von Sümpfen bedeckt, aus denen Sandrücken herausragten, die auch bei Hochwasser nur selten überflutet wurden und sich somit zur Besiedlung eigneten. Da bei größeren Hochwassern der Rhein sich häufig ein anderes Bett suchte, gab es auch auf dem Gebiet von Wersten Seitenarme des Stromes, die heute nur noch mit Mühe auszumachen sind. Zum Beispiel die „Kuhle“ zwischen Cronenberger Weg und Röntgenweg, die sich jenseits der Mergelgasse fortsetzt und auch auf der anderen Seite der Ickerswarder Straße hinter der Schule am Massenberger Kamp zu erkennen ist.
    Der Name „Werstin“ taucht allerdings erstmals zu Anfang des zweiten Jahrtausends nach Christi Geburt auf und geht auf eine Anlage aus der Römerzeit zurück. Während das linke Rheinufer fest in der Hand der Römer war, wurden rechtsrheinisch im Vorfeld Verteidigungsanlagen errichtet, die viele Jahrhunderte weiter genutzt worden sind und späterhin „Landwehr" oder „Wehrhagen“ genannt wurden. Dort, wo die alte rechtsrheinische Heerstraße diesen Wall querte, gab es wohl einen Turm: den Wehrstein.
    Dieses Wersten war ein Straßendorf, das sich in einigem Abstand zu Düssel und Eselsbach an der heutigen Dorfstraße entlang zog und bis zum Dammsteg am heutigen Zufluss des Oerschbaches in den Eselsbach reichte, mit dem Mittelpunkt etwa dort, wo sich heute die Brücke am Werstener Feld über die A 46 befindet.
    Ein zweite Ansiedlung, die schon lange ebenfalls zu Wersten gehört und sich an der Kölner Landstraße zwischen der südlichen Düssel und dem heutigen Werstener Kreuz befand, wurde „Windfoche“ genannt.
Mit freundlicher Genehmigung des Heimatvereins Werstener Jonges,
entnommen seiner Jubiläumsbroschüre zum 50-jährigen Bestehen.
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